Regina T. Riphahn

Grußwort der Vorsitzenden

Liebe Mitglieder des Vereins für Socialpolitik!

Seit Anfang des Jahres habe ich den Vereinsvorsitz von Georg Weizsäcker übernommen. Ich danke ihm und seinem Vorstandsteam ganz herzlich für das Engagement in den vergangenen Jahren. In dieser Zeit stand das Thema Nachwuchsförderung ganz oben auf der Agenda des Vorsitzenden. Über die Früchte dieses Einsatzes wurde in der April-Ausgabe der „Perspektiven der Wirtschaftspolitik“ berichtet.

Das laufende Jahr steht für den Verein ganz im Zeichen seiner Gründung vor 150 Jahren. Aus diesem Anlass haben wir vor einiger Zeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ein gemeinsames Projekt gestartet; wir dokumentieren dabei mit Unterstützung renommierter Autorinnen und Autoren die Beiträge der Wirtschaftswissenschaften zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen. Die so entstandenen Texte und Videos können wir bald auf der Vereinswebseite hosten. Einzelne Beiträge werden in der „VfS 150“-Reihe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung regelmäßig bis zu unserer Jahrestagung abgedruckt. Im Rahmen der Jahrestagung werden wir unser großes Jubiläum dann mit einem Festakt feiern. Ich freue mich darauf.

Während meines Vereinsvorsitzes kümmere ich mich besonders um das Thema des Zugangs zu Forschungsdaten für Wirtschaftswissenschaftler:innen im deutschsprachigen Raum. Unsere Umfrage im Januar hat erheblichen Verbesserungsbedarf zutage gefördert. Die AG Datenzugang des Vereins erarbeitet Stellungnahmen, die wir u.a. auf dem VfS-Panel der diesjährigen Jahrestagung präsentieren werden und diskutieren.

Ich hoffe, Sie alle im September in Regensburg zu unserer Tagung begrüßen zu dürfen. Nach der Pandemie werden wir diese Veranstaltung sicher mit besonderer Wertschätzung erleben.

Mit frohem Gruß,

Regina T. Riphahn
Vorsitzende des Vereins für Socialpolitik

VfS-Ausschüsse

Im letzten Halbjahr hat turnusgemäß in mehreren VfS-Fachausschüssen der Vorsitz gewechselt. Zu den neuen Vorsitzenden gehören:

  • Ausschuss für Ökonometrie: Joachim Winter
  • Ausschuss für Industrieökonomik: Armin Schmutzler
  • Ausschuss für Evolutorische Ökonomik: Guido Bünstorf
  • Ausschuss für Wirtschaftstheorie: Stephan Lauermann
  • Ausschuss für Außenwirtschaftstheorie und -politik: Gernot Müller

Vielen Dank an die bisherigen Ausschussvorsitzende/n für ihr Engagement!

Frauenförderung
Doris Weichselbaumer

Der Verein für Socialpolitik begeht dieses Jahr sein 150-jähriges Gründungsjubiläum. Frau Prof. Allgoewer von der Universität Hamburg hat dies zum Anlass genommen, um insbesondere die frühe Geschichte der Frauen im Verein zu beleuchten. Die Ergebnisse sind demnächst im Band „Studien zur Entwicklung der ökonomischen Theorie“ (herausgegeben vom Ausschuss für Geschichte der Wirtschaftswissenschaften) nachzulesen. Sie werden auch im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung anhand einer Posterausstellung erfahrbar gemacht.

Zum Zeitpunkt der Entstehung des Vereins für Socialpolitik war Frauen die Mitwirkung in politischen Vereinen verboten, Frauen waren auch nicht zum Universitätsstudium zugelassen. Wie Kollegin Allgoewer zeigt, traten die ersten drei weiblichen Mitglieder dem Verein im Jahr 1895/96 bei. Elisabeth Gnauck-Kühne, Gertrud Dyhrenfurth und Margarethe Friedenthal waren allesamt in der Frauenbewegung sowie in der sozialen Reformbewegung aktiv. Die beiden Erstgenannten konnten sich nur mit Zustimmung ihrer Lehrenden als Gasthörerinnen zu Lehrveranstaltungen an der Berliner Universität einschreiben. Dennoch publizierten sie im Jahr ihres Vereinsbeitritts bereits in Schmollers Jahrbuch bzw. in den Jahrbüchern für Nationalökonomie und Statistik.

Auch die erste Besucherin einer Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik im Jahr 1901 war eine Aktivistin für Frauenrechte, die Vorsitzende eines Münchner Vereins: Friederike Freudenberg. Wenige Jahre später folgte u.a. Alice Salomon, ebenfalls eine Vertreterin der Frauen- und Sozialreformbewegung und die erste in Deutschland (übrigens zum Thema der ungleichen Entlohnung von Männer- und Frauenarbeit) promovierte Nationalökonomin.

Hinsichtlich der Publikationen des Vereins für Socialpolitik wurden Frauen erstmals 1899 als Autorinnen eines Bandes zur „Hausindustrie der Frauen in Berlin“ sichtbar. Es handelte sich hierbei um die erste Vereinsschrift, die ein frauenspezifisches Thema untersuchte. Mehrere Beiträge von Frauen, die ihnen auch zur Promotion gereichten, finden sich auch in einer von Alfred Weber angeregten Großuntersuchung zur Arbeiterschaft in der Großindustrie, publiziert von 1910 bis 1912.

Trotz der Rekonstruktion von bemerkenswerten Leistungen von Frauen konstatiert Kollegin Allgoewer, dass Frauen in den ersten Jahrzehnten des Vereins für Socialpolitik nur wenig Einfluss auf dessen Aktivitäten hatten. Dies ist insbesondere im Vergleich zur American Economic Association interessant (Gründungsjahr: 1885), bei der Frauen nicht nur von Beginn an vertreten waren, sondern als „kleine, aber präsente Minderheit“ auch Einfluss auf die Vereinstätigkeiten hatten.

Weitere Informationen erwarten Sie bei der Posterausstellung in Regensburg im September.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Nachwuchs
Christian Bayer

Im kommenden Winter findet wie jedes Jahr der Juniorjobmarkt statt. Der Markt hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Der zentrale Markt bei den ASSA Meetings in den USA (nächstes Jahr 05.-07.01.2024 in San Antonio, Texas) hat zugunsten von Online-Interviews und einem dezentralen Markt an Bedeutung verloren. Ein eigener europäischer Markt hatte sich bereits etabliert. Die EEA versucht jedoch, die Zeitfenster für den Online-Markt zu koordinieren.

Auch dieses neue Marktformat braucht Vorbereitung, die nicht jeder Standort im DACH-Raum eigenständig leisten kann. Daher freue ich mich sehr, dass Rüdiger Bachmann (University of Notre Dame) auch in diesem Jahr wieder ein Seminar zur Vorbereitung des Jobmarktes während der Jahrestagung des Vereins anbieten wird. Leider kann ich in diesem Jahr nicht persönlich an der Jahrestagung und somit auch nicht am Vorbereitungsseminar teilnehmen. Die Details haben wir den ermäßigten Vereinsmitgliedern über unsere Geschäftsstelle bereits zukommen lassen.

Ansonsten verfolgt der Verein natürlich die Diskussion um eine Novellierung des WissZeitVG. Unsere große Umfrage im letzten Jahr hat gezeigt, dass die Befristungssituation von vielen Nachwuchswissenschaftlern als große Belastung empfunden wird. Zugleich stellt jede Reform der Befristungsregelungen eine große Herausforderung für die gesamte Wissenschaftsorganisation in unserem Fach dar. Unsere Umfrage hat deutlich gemacht, dass eine Umstrukturierung der Fachbereiche hin zu einer Departmentstruktur mit konsequenten Tenure-Track-Verfahren von vielen Beteiligten als Möglichkeit gesehen wird, die Phase nach der Promotion nachhaltig attraktiver zu gestalten und frühzeitig mehr Klarheit über Karrierewege, sei es innerhalb oder außerhalb der Universität, zu gewinnen.

Abi

VfS-Abiturpreis Wirtschaft

Der VfS-Abiturpreis Wirtschaft geht in diesem Jahr in die sechste Runde. Wir freuen uns Schüler:innen auszuzeichnen, die auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften eine hervorragende Leistung erzielt haben. Die Preisträger:innen erhalten eine Urkunde, ein Glückwunschschreiben, einen Bücherpreis und mit einer VfS-Schnuppermitgliedschaft einen Einblick in das Vereinsleben. Alle Gewinner:innen des Abiturpreises werden zudem zur Veranstaltung „Faszination Wirtschaftswissenschaften“ auf der Jahrestagung in Regensburg eingeladen.

Mit bundesweit 486 prämierten Abiturientinnen und Abiturienten wurde im letzten Jahr ein neuer Rekord erzielt. In diesem Jahr sind bisher 136 Bewerbungen eingegangen und die ersten Preise wurden bereits übergeben. Wir danken den Lehrer:innen für die zahlreichen Nominierungen und der Joachim Herz Stiftung für die jahrelange finanzielle Unterstützung.

Falls Sie sich mit Ihrer Schule noch kurzfristig um den Abiturpreis Wirtschaftswissenschaften bewerben möchten, finden Sie hier weiterführende Informationen.

Schülertag

Vortragsprämienprogramm

VfS-Vortragsprämienprogramm 2023

Mit dem Vortragsprämienprogramm fördert der Verein für Socialpolitik seit vielen Jahren die Präsenz junger Wirtschaftswissenschaftler:innen auf international angesehenen Konferenzen. Voraussetzung für die Bewerbung ist eine ermäßigte Vereinsmitgliedschaft. Finanziert werden die Vortragsprämien über Spenden, die von der Deutschen Bundesbank und Schweizerischen Nationalbank zur Verfügung gestellt werden.

Eine Auflistung der Konferenzen, Bewerbungsbedingungen und weitere Informationen finden Sie hier.

Aus dem Verein

150. VfS-Gründungsjubiläum

In diesem Jahr begeht der Verein für Socialpolitik sein 150. Gründungsjubiläum mit einem Festakt auf der Jahrestagung in Regensburg.

Am Montag, den 25.09.2023, beginnt die Feierlichkeit mit einer Begrüßung durch die Vorsitzende Regina T. Riphahn. Den anschließenden Festvortrag hält Bundesfinanzminister Christian Lindner zum Thema „Finanzpolitik in der Zeitenwende“.

Unter der Überschrift „Wissenschaft in der Politikberatung: Auftrag und Verantwortung” diskutieren Monika Schnitzer (Sachverständigenrat, LMU München), Jörg Rocholl (BMF Beirat, ESMT Berlin), Jakob von Weizsäcker (Minister der Finanzen und für Wissenschaft des Saarlandes) und Martin Kocher (Bundesminister für Arbeit in Österreich) auf einem Panel, moderiert von Karen Horn (Journalistin).

Das Programm wird musikalisch umrahmt. Im Anschluss findet der Empfang der Deutschen Bundesbank statt.

Anlässlich des Vereinsjubiläums sind in den „Perspektiven der Wirtschaftspolitik“ mehrere Sonderartikel erschienen, die ab Mitte September für etwa 4 Wochen im Free Access zur Verfügung stehen.

Wie bereits im Grußwort von unserer Vorsitzenden angekündigt, werden auf der VfS-Homepage im Sommer zudem mehrere Texte und Videos zu verschiedenen volkswirtschaftlichen Themen veröffentlicht.

Vereinszeitschriften
GER und PWP

Schmidt

Perspektiven der Wirtschaftspolitik

In diesem Jahr feiert der Verein für Socialpolitik sein 150. Gründungsjubiläum. Die erste Ausgabe 2023 der „Perspektiven der Wirtschaftspolitik“ enthält unter der Rubrik „Aus aktuellem Anlass“ mehrere Artikel, die sich der historischen Entwicklung des Vereins widmen – von der Gründung bis in das Jahr 2010: Der hier gespannte Bogen reicht zunächst von den Anfängen des Vereins für Socialpolitik bis zum Ende des Ersten Weltkrieges, über seine Auflösung in der Zeit des Nazi-Regimes und seine Neugründung bis hin zu den nach der deutschen Vereinigung umgesetzten Reformen und dem damit verbundenen Neuaufbruch. Zudem wird das sich wandelnde Selbstverständnis des Vereins im Spiegel seiner Jahrestagungen von 1950 bis 2000 skizziert.

Diese Texte sind zweifellos eine schöne Einstimmung auf unser 150. Jubiläum, das in diesem Jahr in Regensburg auf unserer Vereinstagung feierlich begangen wird. Sie können diese Beiträge in den Print-Ausgaben oder im Online-Bereich der „Perspektiven der Wirtschaftspolitik“ einsehen. Dieses Heft ist auch das letzte Heft, das der langjährige federführende Herausgeber, unser Kollege Justus Haucap, verantwortet hat. Ihm gilt unser großer Dank für seine umsichtige und souveräne Amtsführung, die hervorragende kollegiale Zusammenarbeit im Kreis des Herausgeberteams und den Entwicklungsschub, den er den Perspektiven als der herausragenden deutschsprachigen Zeitschrift für den wirtschaftspolitischen Diskurs im deutschsprachigen Raum verliehen hat.

Nun darf ich ab dem zweiten Heft 2023 dieses Amt übernehmen, was ich gleichermaßen als eine große Ehre und eine enorme Herausforderung empfinde. Es sind wahrhaft große Fußstapfen, in die ich da treten darf. Aber ich weiß auch, dass ich ein hervorragendes Team vorfinde, das diese Zeitschrift trägt, von der Geschäftsstelle des Vereins über das Team der Herausgeber:innen — insbesondere, um nur einen Anker hervorzuheben, unsere Chefredakteurin Karen Horn — und des Herausgeberbeirats bis hin zum Verlag. Ich werde mich bemühen, zusammen mit diesem Team das Vertrauen, das der Verein mir mit diesem Amt als federführendem Herausgeber schenkt, in den kommenden Jahren zu rechtfertigen.
 
Mein Ziel ist, die Zeitschrift weiterhin als den Fokalpunkt des wirtschaftspolitischen Diskurses im deutschsprachigen Raum zu entwickeln. Hierzu wollen wir seine Aktualität noch steigern, das inhaltliche Spektrum ausbauen und mit relevanten Beiträgen wirtschaftspolitische Debatten fachlich fundieren. Es wäre traumhaft, wenn die potenziellen Leser:innen in Ministerien und Verbänden ebenso selbstverständlich wie unsere Fachkolleg:innen an Hochschulen und in Instituten die nächste Ausgabe der Perspektiven nicht nur mit Freude erwarten, sondern dann auch tatsächlich reinschauen, weil sie den Eindruck haben, ansonsten relevante Beiträge zu Themen zu verpassen, die sie gerade intensiv bewegen.

Einen Entwicklungsschritt gehen wir schon gleich am Anfang: Mit dem Eintritt des Kollegen Martin Quaas in das Herausgebergremium erweitern wir dessen fachliche Abdeckung um Themen, wie sie zeitgemäßer nicht sein könnten. Fragen der Nachhaltigkeit, der Biodiversität oder des Klimawandels bestimmen mittlerweile große Teile der gesellschaftlichen Debatte — und des fachlichen Diskurses. Die Perspektiven wollen ein zentraler Ort sein, um diese Debatten auszutragen, ohne natürlich dabei ihre angestammten Themenfelder zu vernachlässigen. Lassen Sie uns diesen Weg gemeinsam erfolgreich einschlagen: Ich zähle auf Ihre Einreichungen, denn auf Sie kommt es in allererster Linie an.

Ihr Christoph M. Schmidt
Federführender Herausgeber

VfS Jahrestagung 2023
JT 2023

VfS-Jahrestagung 2023: Growth and the 'sociale Frage'

Vom 24. bis 27. September 2023 findet an der Universität Regensburg unsere diesjährige Vereinstagung unter dem Kerntagungsthema „Growth and the ‚sociale Frage‘“ statt.

Entstanden im Kontext der intellektuellen Auseinandersetzung mit der „socialen Frage“, hat sich der Verein für Socialpolitik seit seiner Gründung 1873 zu einer der heute größten ökonomischen Vereinigungen im deutschsprachigen Raum entwickelt. Über den gleichen Zeitraum haben die Volkswirtschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz einen beispiellosen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt: Trotz Krisen, Kriegen und institutionellen Umstürzen hat sich das reale Pro-Kopf-Einkommen mehr als verzehnfacht. In drei Keynote-Vorträgen möchte die diesjährige Kerntagung anlässlich des 150jährigen Jubiläums auf diese intellektuell wie ökonomisch bemerkenswerte Entwicklung zurückblicken.

Der Vortrag von Albrecht Ritschl (London School of Economics) führt uns auf einen Streifzug durch die Geschichte des Vereins als ein Beispiel einer sozialpolitisch engagierten akademischen Organisation, die sich im Spannungsfeld zwischen teils widersprüchlichen Politikzielen und der konfliktreichen Beziehung zur aufkommenden neoklassischen Ökonomik behaupten muss.
Charlotte Bartels (DIW) greift das Thema der ökonomischen Ungleichheit auf, das schon die Gründungsmitglieder des Vereins bewegt hat. In ihrem Vortrag untersucht sie die langfristige Entwicklung der Einkommens- und Vermögensungleichheit in Deutschland sowie die Rolle des Wirtschaftswachstums.
Abschließend wagt der Vortrag von Dietrich Vollrath (University of Houston) einen vorsichtigen Blick in die Zukunft: Er erörtert die Ursachen der jüngst zu beobachtenden Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und legt dar, was dies für das künftige Wachstum in Deutschland und den übrigen Industrieländern bedeutet.

Das Kerntagungspanel wird der Frage nachgehen, welche Bedeutung der „socialen Frage“ im 21. Jahrhundert zukommt.

Vielen Dank an die Tagungsleiter 2023:

  • Davide Cantoni (LMU München), Leiter der Kerntagung
  • Sebastian Braun (Universität Bayreuth), Leiter der „Offenen Tagung“
  • Jürgen Jerger (Universität Regensburg), Leiter der lokalen Organisation

Wir freuen uns, Sie an der Universität Regensburg begrüßen zu dürfen.

Auszeichnungen
Schmölders Preis

Preis der Schmölders-Stiftung für Verhaltensforschung im Wirtschaftsleben

In diesem Jahr ging der Preis an Arthur Seibold (Universität Mannheim) für seinen Beitrag „Reference Points for Retirement Behavior: Evidence from German Pension Discontinuities“.

In der Arbeit werden Determinanten der Renteneintrittsentscheidung mit Hilfe administrativer Daten der Gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass Arbeitnehmer:innen bei Erreichen einer gesetzlichen Altersgrenze in deutlich stärkerem Maße in den Ruhestand wechseln, als dies alleine auf Grund der mit dieser Altersgrenze verbundenen finanziellen Anreize zu erwarten wäre. Diese Beobachtung kann durch die Theorie der referenzpunktabhängigen Präferenzen erklärt werden, wodurch sich Ansatzpunkte für eine politische Steuerung des Renteneintrittsalters ergeben.

Mit der Kombination aus verhaltensökonomischer Theorie, institutioneller Expertise und evidenzbasierter Wirkungsanalyse steht die Arbeit in bester Tradition des Schmölderschen Ansatzes einer verhaltensorientierten Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaft und zeigt überzeugend deren Potenziale für die finanzwissenschaftliche Forschung auf.

Der Preis ist in diesem Jahr vom Finanzwissenschaftlichen Ausschuss unter dem Vorsitz von Robert Schwager verliehen worden. Der mit 3.000 Euro dotierte Preis wird durch die Schmölders-Stiftung für Verhaltensforschung im Wirtschaftsleben gesponsert.

Der Preis der Schmölders-Stiftung wird im nächsten Jahr erneut vergeben. Weitere Informationen finden Sie hier.

Preis für die beste bildungsökonomische Dissertation

Preis für die beste bildungsökonomische Dissertation

Der bildungsökonomische Ausschuss hat Benjamin Arold (Universität Basel) für die beste bildungsökonomische Dissertation 2021/2022 ausgezeichnet. Arold analysiert in seiner Dissertation die Auswirkungen von Lehrplänen auf die weitere Entwicklung von Schüler:innen. „Die Dissertation zeigt in beindruckender Weise, welchen Einfluss das Curriculum auf die Bildungs- und Lebenswege von Schülerinnen und Schülern hat“, laudatiert Kerstin Schneider, Vorsitzende des bildungsökonomischen Ausschusses. „Die Ergebnisse sind wichtig für die Bildungspolitik. Durch Lehrpläne wird entschieden, welche Kompetenzen in den Schulen vermittelt werden sollen. Kompetenzen, die uns dann auch als Gesellschaft helfen können, anstehende Herausforderungen zu bewältigen.“

Das Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro kommt von der Roland Berger Stiftung für europäische Unternehmensführung. Mit dem alle zwei Jahre vergebenen Preis werden seit 2015 herausragende Nachwuchsforscher:innen für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der Bildungsökonomik geehrt.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Termine

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Museumsinsel

Wir danken allen Vereinsmitgliedern, die uns seit Jahren die Treue halten oder erst kürzlich in den Verein eingetreten sind. Wenden Sie sich bei Fragen und Anregungen gern jederzeit an die VfS-Geschäftsstelle und bleiben Sie gesund.

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